Abdichtung nötig? So sanieren Sie clever mit finanzieller Förderung
Feuchte Wände schaden dem Gebäude und jagen Ihre Heizkosten in die Höhe. Eine professionelle Trockenlegung ist deshalb ein Investment, das den Wert und die Energieeffizienz Ihres Hauses sichert.
Viele Eigentümer zögern wegen der Anfangskosten einer Kellersanierung. Was die meisten nicht wissen: Sie können sich einen erheblichen Teil der Kosten durch staatliche Zuschüsse und günstige Kredite zurückholen. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die passende Förderung finden und das Maximum für Ihr Sanierungsprojekt herausholen.
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)
Der wichtigste Anlaufpunkt ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Das Programm dient als Anreiz der Regierung, um Häuser energieeffizienter zu machen. Für Sie sind vor allem die Förderungen für Einzelmaßnahmen (BEG EM) an der Gebäudehülle interessant, wenn es um die Trockenlegung geht.
Zwei Stellen kümmern sich um die Vergabe:
- Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zahlt Ihnen direkte Zuschüsse, die Sie nicht zurückzahlen müssen. Das ist ideal für einzelne Projekte wie eine Kellerabdichtung mit Dämmung.
- Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergibt sehr zinsgünstige Kredite, wenn Sie eine komplette Sanierung zum Effizienzhaus planen.
Beachten Sie dabei, dass der Staat keine reinen Reparaturen fördert. Eine Maßnahme gegen Feuchtigkeit wird nur dann bezuschusst, wenn Sie gleichzeitig die Energieeffizienz verbessern.
Das heißt, wenn Sie nur die Kellerwand abdichten, erhalten Sie kein Geld. Kombinieren Sie die Abdichtung aber mit einer Wärmedämmung der Außenwände (einer sogenannten Perimeterdämmung), gilt das gesamte Projekt als förderfähig, weil es den Wärmeverlust Ihres Hauses verringert.
Zuschüsse vom BAFA für Einzelmaßnahmen
Für die meisten Projekte zur Mauertrocknung ist das BAFA die richtige Adresse.
Das BAFA gibt einen Basiszuschuss von 15 % für Maßnahmen an der Gebäudehülle. Im Zusammenhang mit einer Mauertrocknung sind das typischerweise:
- Perimeterdämmung: Die Dämmung der Kelleraußenwände. Die dafür notwendigen Arbeiten an der Abdichtung werden als Teil des Projekts komplett mitgefördert.
- Dämmung der Kellerdecke: Eine gute Alternative, wenn eine Dämmung von außen nicht möglich ist.
- Horizontalsperren: Auch diese Maßnahmen gegen aufsteigende Feuchtigkeit können gefördert werden, wenn sie Teil einer energetischen Wandsanierung sind.
Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 Euro pro Wohnung und Jahr gedeckelt. Das ergibt einen maximalen Zuschuss von 4.500 Euro.
Wie der Sanierungsfahrplan Ihr Geld fast verdreifacht
Der beste Weg, die Förderung zu maximieren, ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP). Ein zertifizierter Energieeffizienz-Expert erstellt diesen Plan und zeigt auf, wie Sie Ihr Haus Schritt für Schritt modernisieren können.
Wenn Sie eine Maßnahme aus diesem Plan umsetzen, profitieren Sie gleich doppelt:
- Der Fördersatz klettert um 5 Prozentpunkte auf 20 %.
- Die Obergrenze der förderfähigen Kosten verdoppelt sich auf 60.000 Euro.
Ihr maximaler Zuschuss steigt damit auf 12.000 Euro (20 % von 60.000 Euro). Das sind 7.500 Euro mehr als ohne iSFP. Die Erstellung des Plans selbst wird übrigens ebenfalls mit 50 % bezuschusst.
| Maßnahme | Basisfördersatz | Fördersatz mit iSFP | Max. förderfähige Kosten (ohne iSFP) | Max. förderfähige Kosten (mit iSFP) | Maximaler Zuschuss (ohne iSFP) | Maximaler Zuschuss (mit iSFP) |
| Dämmung Gebäudehülle | 15 % | 20 % | 30.000 € | 60.000 € | 4.500 € | 12.000 € |
| Fachplanung & Baubegleitung | 50 % | 50 % | 5.000 € | 5.000 € | 2.500 € | 2.500 € |
Diese Nebenkosten können Sie mitfördern lassen
Die Förderung deckt nicht nur das Dämmmaterial ab. Viele Begleitarbeiten, sogenannte Umfeldmaßnahmen, zählen zu den förderfähigen Kosten. Bei einer Kellersanierung gehören dazu typischerweise:
- Erdarbeiten (Aushub und Wiederverfüllung)
- Gerüst und Baustellensicherung
- Entsorgung des Bauschutts
- Wiederherstellung von Putz, Farbe oder Gartenanlagen
Derlei Posten erhöhen die Gesamtsumme, auf die Sie Ihren prozentualen Zuschuss erhalten.
Sanierung zum Effizienzhaus mit der KfW
Planen Sie eine grundlegende Sanierung, schauen Sie sich den KfW-Kredit 261 an. Sie erhalten ein zinsgünstiges Darlehen von bis zu 150.000 Euro pro Wohnung. Der größte Vorteil ist der Tilgungszuschuss von bis zu 45 %.
Diesen Anteil des Kredits erlässt Ihnen die KfW. Im besten Fall sind das bis zu 67.500 Euro. Die Kosten für die Mauertrocknung und Dämmung fließen hierbei vollständig in die förderfähigen Gesamtkosten ein. Ein Energieeffizienz-Experte muss Sie bei diesem Vorhaben begleiten.
Weitere Finanzierungswege
- KfW-Ergänzungskredit (358, 359): Wenn Sie den BAFA-Zuschuss nutzen, aber den Rest finanzieren müssen, können Sie diesen Kredit von bis zu 120.000 Euro beantragen. Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 90.000 Euro bekommen zusätzlich vergünstigte Zinsen.
- Steuerbonus (§ 35c EStG): Alternativ zur BEG-Förderung können Sie 20 % der Sanierungskosten (maximal 40.000 Euro) über drei Jahre direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Achtung: Sie können nicht den Steuerbonus und die BEG-Förderung für die gleiche Maßnahme kombinieren.
- Sonderfall Hochwasser: Nach extremen Wetterereignissen legen Bund und Länder oft spezielle Hilfsprogramme auf. Einige Landesbanken wie die NRW.BANK fördern auch die Reparatur von Hochwasserschäden.
Regionale Förderprogramme der Bundesländer
Viele Bundesländer und Gemeinden haben eigene Fördertöpfe, die Sie oft mit der Bundesförderung (BEG) kombinieren können. So steigern Sie Ihre Förderquote weiter.
- Nordrhein-Westfalen: Die NRW.BANK.Gebäudesanierung schließt die „Behebung baulicher Mängel“ und die „Instandsetzung von unwetter- bzw. hochwasserbedingten Schäden“ mit ein.
- Bayern: Das Bayerische Modernisierungsprogramm (BayModR) unterstützt Maßnahmen, die den Wohnwert verbessern, wozu die Beseitigung von Feuchteschäden gehört.
- Baden-Württemberg: Die L-Bank bietet ergänzende Darlehen zur Bundesförderung an.
Ein Anruf bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung lohnt sich immer, um nach lokalen Programmen zu fragen.
Ihr Weg zur Förderung: Schritt für Schritt erklärt
Halten Sie unbedingt die richtige Reihenfolge ein, sonst riskieren Sie den Verlust der Förderung.
- Analyse und Experte: Lassen Sie die Lage von einem Fachbetrieb analysieren. Bevor Sie irgendetwas beauftragen, müssen Sie einen gelisteten Energieeffizienz-Experten engagieren. Er prüft die Förderfähigkeit und bereitet die Unterlagen vor.
- Planung und Antrag: Holen Sie Angebote von Handwerkern ein. Der Experte erstellt die „Bestätigung zum Antrag“. Erst jetzt reichen Sie den Förderantrag online beim BAFA oder der KfW ein.
- Durchführung: Warten Sie auf den Zuwendungsbescheid! Sobald Sie die Zusage haben, können Sie den Auftrag vergeben. Bewahren Sie alle Rechnungen gut auf.
- Nachweis und Auszahlung: Nach Abschluss der Arbeiten erstellt der Experte die „Bestätigung nach Durchführung“. Diese laden Sie zusammen mit den Rechnungen im Online-Portal hoch. Nach der Prüfung wird der Zuschuss auf Ihr Konto überwiesen.
Jeder Tag mit feuchten Wänden kostet Sie Geld durch höhere Heizkosten und fortschreitende Bauschäden. Gleichzeitig warten Tausende Euro an Fördergeldern auf Sie. Der Staat unterstützt Sie bei der Sanierung großzügig, solange Sie Ihr Haus gleichzeitig energetisch fit machen.
Wer die staatliche Unterstützung klug nutzt, sichert sich leicht Tausende von Euro und macht aus einer lästigen Reparatur eine hochrentable Investition.
Finden Sie jetzt den richtigen Fachbetrieb für Ihre geförderte Kellersanierung. Kontakt aufnehmen und bis zu 3 Angebote von qualifizierten Abdichtungsfirmen erhalten.





